Die Kastration
(Text von Regine Sterzing)

Nicht nur Kater werden kastriert, -auch bei Katzen wird dieser Totaleingriff
durchgeführt, -nicht zu verwechseln mit der Sterilisation, bei der die
Ei- oder Samenleiter nur durchtrennt werden.

Die Kastration schützt die Tiere vor Gesäugetumoren, Gebärmuttervereiterungen,
ansteckenden - z. T. tödlichen - Krankheiten, und katertypischen Leiden, sowie 
einer Vielzahl von Kampfverletzungen, etc.!

Im Zusammenleben von Mensch und Katze erleichtert sie dieses erheblich, (frühzeitig)
kastrierte Tiere markieren fast nie, der Urin riecht bei weitem nicht so extrem,
Katzen werden nicht rollig oder gar dauerrollig, die Tiere sind gesünder, ausge-
glichener, und leben länger.

Über den richtigen Zeitpunkt der Kastration kursieren die unterschiedlichsten
Ansichten, -selbst die überalterte und längst widerlegte Auffassung "Katzen müssten
einmal Junge bekommen", hört man teilweise immer noch!
Etwas fortschrittlicher, aber ebenso unrichtig: wenn die Katze einmal rollig war, oder
der Kater beginnt zu markieren!
Nun sind immerhin schon die meisten Tierärzte bei "wenn die Tiere 6 Monate alt sind"
angekommen..., und auch ich war lange Zeit skeptisch, aber die vorliegenden Fakten
kann man nicht ignorieren, wenn sie so überzeugend sind:

Tatsache ist, es gibt im Sinne der Tiere überhaupt keinen vernünftigen, medizinisch
fundierten Grund, keinen Vorteil für die Gesundheit der Katzen, die Kastration
solange hinauszuzögern, insbesondere in Hinblick darauf, dass immer mehr Katzen verfrüht, nämlich schon im Alter von 4 Monaten, geschlechtsreif werden!!!

Ganz im Gegenteil: Wird die Katze oder der Kater bereits im Alter von etwa 3 Monaten
kastriert, handelt es sich um einen kleineren Eingriff, unter dem die Tiere erheblich
weniger leiden, als ältere Artgenossen!
Die Narkose kann wesentlich genauer dosiert werden, belastet den Organismus nicht so sehr, die Schnitte können wesentlich kleiner sein, heilen dementsprechend besser und schneller, der Eingriff ist wesentlich schonender und zeitlich kürzer, und die Wundschmerzen sind ebenfalls nicht so stark!

Ein weiterer Vorteil ist auch darin zu sehen, dass der Stress für die Tiere wesentlich ge-
mindert wird: mit etwa 6 Monaten sind die meisten Katzen/Kater in der Pubertät, -der
Hormonspiegel bereits extrem hochgefahren. Werden sie zu diesem Zeitpunkt kastriert,
läuft der Hormonapparat schon auf Hochtouren, um dann auf einmal aprupt unterbrochen zu werden, was für die bereits ausgeschütteten und kursierenden Hormone natürlich nicht gelten kann. 
Daraus resultiert auch die Tatsache, das später kastrierte Kater nach dem Eingriff noch etwa bis zu 6 Wochen lang zeugungsfähig sein können, -solange braucht der Körper um die Hormone wieder abzubauen, und sich wieder einzupendeln!

Fragt sich nun eigentlich, wofür soll dieser "Hormonstreß" denn wohl gut sein, wenn
das Tier ohnehin kastriert werden soll?!
Er dient nachgewiesenermaßen weder dem Wachstum, noch der Ausreifung der Organe oder Gliedmaßen!
Werden die Katzen bereits im Alter von 3 Monaten kastriert, bleiben sie nicht kleiner
als später kastrierte Artgenossen, sondern werden eher sogar wenige Millimeter größer als diese.
Auch von der Knochendichte, der Stabilität der Knochen, dem Durchmesser oder der
Länge der Harnröhre, oder der Entwicklung aller anderen Organe bietet die Kastration
zu einem späteren Zeitpunkt keinerlei Vorteile für die Tiere!

Die einzigen bisher bekannten Unterschiede liegen in dem weniger aggressivem Verhalten der früh kastrierten Tiere: sie sind sanfter und ausgeglichener als ihre später kastrierten Artgenossen, die darüber hinaus auch öfter noch nach dem Eingriff auch weiterhin markieren - die so genannte "Frühkastration" ist also ganz sicherlich keinerlei Nachteil für Mensch oder Tier!

Für die Käufer von Rassekatzen bietet die Frühkastration den gravierenden Vorteil, das
gerade erst eingewöhnte, geliebte Tier nicht selbst dieser Prozedur aussetzen, und mit
durchleiden, sowie auch das Risiko dieses Eingriffes nicht selbst tragen zu müssen. Denn selbstverständlich stellt  jede Operation, jede Narkose und jeder auch
noch so routinierte Eingriff ein gewisses Risiko dar, sei es auch noch so gering.
Dieses Risiko trägt dann aber alleine der Züchter, demgegenüber der zukünftige
Halter ein komplett und rundum versorgte Katze erhält, die voraussichtlich ein ganzes
Jahr nicht mehr zum Tierarzt muss, und sich somit diverse Kosten und Umstände
erspart, ebenso wie etwaig aufkommende Ängste ob der bevorstehenden Operation.

Darüberhinaus stellt die frühe Kastration der Katzen einen erheblichen Beitrag zum Tierschutz dar, sowohl im Sinne der geradezu explodierenden Haus- und Mischlingskatzenpopulationen, als auch im Sinne der Rassekatzen selber, die davor geschützt werden müssen, als Gebärmaschine im Keller eines Schwarzzüchters zu landen, oder als Massendecker in einem Verschlag zu vegetieren!