FeLV - Leukose
(Text von Regine Sterzing)

Dieser ansteckenden Krankheit widme ich eine eigene Seite, weil die Gefahren, die von ihr ausgehen, leider meist selbst von Tierärzten schlicht unterbewertet und vernachlässigt, bzw. ignoriert werden, wenn sie sich ihrer denn überhaupt wirklich bewusst sind!

Ich möchte gezielt auf die durchaus reale Gefahr dieser Infektionskrankheit aufmerksam machen, eben weil es sich hierbei paradoxerweise ausgerechnet um DIE Infektionskrankheit handelt, die bei Katzen am häufigsten auftritt, und bei Katzen auch die häufigste Todesursache ist - eine besonders heimtückische, ansteckende Krankheit, die leider nur allzu oft vollkommen unterschätzt wird, und vor der wir unsere Katzen durchaus schützen können!!!

Es handelt sich um einen Virus, mit dem sich die Katzen sehr leicht anstecken können:
bereits ein einfaches Beschnüffeln von Tier zu Tier, gemeinsame Nutzung von Fress- oder
Wassernäpfen, Kämmen, Bürsten oder Toiletten reicht vollkommen für die Übertragung
aus! 

Obwohl der Virus außerhalb des Körpers nur relativ kurze Zeit lebensfähig bleibt,
könnten sogar Sie selbst Ihre wohlbehütete, alleinlebende Wohnungskatze unter unglücklichen,
zufälligen Umständen selbst infizieren, beispielsweise über Ihre Schuhe oder Kleidung,
wenn kurz zuvor irgendwie ein Kontakt ihrerseits mit einer anderen Katze stattgefunden hat, bzw. Kleidung oder Schuhe mit einer infizierten Hinterlassenschaft in Berührung gekommen sind.

Neueste Untersuchungen deuten darüber hinaus sogar darauf hin, dass Leukoseviren auch von Flöhen übertragen werden, sowohl über den Flohspeichel, der bei Biß und während des Saugvorganges abgegeben wird, als auch noch zusätzlich über den Flohkot, der im Katzenfell verbleibt und beim Putzvorgang von den Katzen aufgenommen wird! Der Leukosevirus bleibt innerhalb der Flöhe aktiv, und soll im Flohkot sogar über 24 Stunden überlebens- und somit natürlich auch ansteckungsfähig sein!!!

Flöhe/Flohkot/Flohnisse können ebenfalls sowohl über andere Haustiere, auch Hunde eingeschleppt werden, als auch über Kleidung/Schuhe o.ä. und auch den Menschen selbst!

Der Virus kann u. a. eine lebensgefährliche Immunschwäche bei Ihrer Katze auslösen, aber
auch unspezifische Tumor- und Krebserkrankungen oder andere Krankheiten verursachen,
die dann tödlich verlaufen.

Die Zahlen gehen zwar weit auseinander, aber man vermutet, dass ca. 65 - 85% aller Katzen
mit dem Leukosevirus in Kontakt kommen! Die durch Leukose bedingten Todesfälle werden
auf etwa 11% geschätzt, es dürften in Wirklichkeit aber weitaus mehr sein, wenn man be-
rücksichtigt, wie wenig Katzen nach ihrem Tod auf Leukoseviren untersucht, bzw. obduziert
werden. Diese Zahl müsste vermutlich erheblich nach oben korrigiert werden, wenn beispiels-
weise "nur" die an Krebs verstorbenen Katzen festgestellt und dazu addiert würden, die diese
Krankheit eben überhaupt erst ausschließlich aufgrund der Leukoseinfektion entwickelt haben.

Ein Bluttest kann den Virus nur definitiv nachweisen, solange er im Körper aktiv ist, -zuverlässig ist dies immer kurz nach einer Ansteckung der Fall.

Man geht davon aus, dass von 100 Tieren, die sich mit dem Virus infiziert haben, etwa 40
erkranken und infolge dessen sterben. Etwa weitere 40 Tiere können die Infektion von
selbst bekämpfen und überwinden, sie erreichen eine natürliche Immunität, werden wieder
leukosefrei, und konnten den Virus erfolgreich abtöten.

Die verbleibenden ca. 20 Tiere aber werden zu "Zeitbomben": ihr Immunsystem hat den Virus
bekämpft und zurückgedrängt, konnte ihn aber nur in Schach halten, leider aber nicht abtöten.
Diese Tiere erkranken nicht selbst, werden aber entweder zu:

- so genannten Dauer-Ausscheidern, die den Virus kontinuierlich an ihre Umwelt abgeben.
  Die virale Abgabe kann hier zeitweilig sehr gering, zeitweilig aber auch sehr hoch sein.
  Katzen dieser Gruppe können über einen Bluttest zuverlässig ermittelt werden.

- "getarnten" Virusträgern, die den Virus inaktivieren konnten, und daher über unter-
   schiedlich lange Zeiträume keine Viren ausscheiden, da der Virus sich in ihrem
   Rückenmark verkapselt hat, und dort "schläft".
   Diese Viren können aber durch ungünstige Umstände (Schreck, Schock, Trauma,
   Aufregung) jederzeit wieder aktiv werden! Die Tiere scheiden dann wieder Viren aus,
   werden also auch wieder zum Ansteckungsrisiko für andere Katzen.

   Darüber hinaus ist es natürlich auch nicht sicher, ob es ihnen selbst wieder gelingt, den
   Virus abermals zurückzudrängen, oder letztendlich doch noch selbst erkranken und sterben.
   Bei dieser Gruppe von Tieren ist auch der Bluttest leider nicht zuverlässig.
   Während der Virus verkapselt ist, wird jeder Test ebenso negativ ausfallen, wie bei einem
   tatsächlich virusfreien Tier, da ja nur aktive Viren angezeigt werden.

Wenn möglich, sollte daher immer bereits bei den Katzenbabies ein Bluttest durchgeführt
werden, denn auch negativ getestete, und geimpfte Eltern könnten durchaus unerkannte
Virenträger sein, und die Babies somit bereits angesteckt sein!

Wichtig ist auch darauf zu achten, dass nicht nur ein so genannter Schnelltest beim Tierarzt
durchgeführt wird, denn diese sind nicht wirklich zuverlässig, und zeigen auch schon eher mal ein falsches Ergebnis an!

Daher sollte das Blut immer eingeschickt, und der Test in einem Labor durchgeführt werden,
gleichzeitig sollte das Blut dann auch auf FIV getestet werden.

FeLV-negativ getestete Tiere sollten dann möglichst unverzüglich geimpft werden, um einen
größtmöglichen Schutz vor einem Virenkontakt aufbauen zu können. Jungtiere sind diejenigen,
die durch einen Virenkontakt am hochgradigsten gefährdet sind!

Nach erfolgter Grundimmunisierung durch die in drei- bis vierwöchigem Abstand erfolgte Erst- und Zweitimpfung sollte der Impfschutz mindestens über 3 Jahre jährlich  aufgefrischt werden, um einen dauerhaften Schutz zu gewährleisten!

Haben die Tiere ein Alter von ca. 6 - 8 Jahren erreicht, kann dann auf weitere Leukoseimpfungen
verzichtet werden, da man davon ausgeht, dass sie eine ausreichende Immunität aufbauen konnten, und weitere Impfungen eher schaden als nutzen würden.

Interessanterweise kann sogar vermutet werden, dass leukosegeimpfte Tiere auch einen
gewissen Schutz vor einer weiteren tödlichen Katzenkrankheit haben, nämlich FIP, auch
wenn hier noch kein Nachweis erfolgt ist.

Es wurde nämlich festgestellt, daß nahezu alle Katzen, die an FIP starben, gleichzeitig
auch eine Leukoseinfektion hatten, während das Verhältnis umgekehrt nicht so ausfällt.
Dies weist darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen diesen beiden so gefährlichen
Katzenkrankheiten gibt, und bietet der Spekulation Anlass, eine Leukoseinfektion könnte
für die Mutationen die FIP auslösen zumindest mitverantwortlich, wenn nicht sogar haupt-
ursächlich sein, was eigentlich auch einer gewissen Logik entspricht, da Leukose ja eine Immunschwäche begründet.

Vorgenannte Gründe sind für uns Anlass genug, daß aus jedem unserer Würfe ein Kitten
als Stellvertreter für alle Geschwister auf FIV und Leukose getestet, und natürlich alle
Babies gegen Leukose geimpft werden!

Man kann durch diese Maßnahmen zwar bedauerlicherweise nicht jegliches Risiko gänzlich ausschließen, nimmt aber die Möglichkeit wahr, es auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Injektionsstelle sollte bei Impfungen nicht im Nackenbereich der Katze gesetzt werden, sondern am hinteren rechten und/oder linken Oberschenkel, wobei die jeweilige Impfung über die Jahre immer in den gleichen erfolgen sollte (z.B. Leukose rechts, Schnupfen/Seuche links).
Nach erfolgter Impfung sollte die Injektionsstelle kräftig gerieben und massiert werden,
um die gespritzte Lösung zu verteilen, und die Bildung eines "Knotens" zu vermeiden.

FeLV-positiv getestete Katzen ohne Symptome sollten keinesfalls aufgrund des positiven Testergebnisses einfach eingeschläfert werden!
Wie eingangs geschildert, haben etwa 40% der Tiere eine gute Chance wieder vollkommen
gesund zu werden, es könnte sich auch um einen "Ausscheider/Träger" handeln und die betroffene Katze erkrankt überhaupt nicht selbst, aber auch eine leukosekranke Katze kann unter guten Bedingungen noch eine schöne Zeit voller Lebensqualität mit Ihnen verbringen - allerdings sollten leukosepositive/leukosekranke Katzen selbstverständlich auf keinen Fall Freigang/Kontakt zu leukosenegativen Tieren haben, um diese vor einer Ansteckung zu schützen!

Darüber hinaus kann mit einem der heutigen modernen gentechnisch hergestellten Impfstoffen auch ein infiziertes Tier geimpft werden, - es ist zwar bisher nicht nachgewiesen, wird aber vermutet, dass diese Impfung das Immunsystem der Katzen dabei unterstützen kann, den Virus zu eliminieren, und somit eine weit größere Anzahl der infizierten Katzen wieder vollkommen gesund werden könnte, ohne gleichzeitig Virenträger und/oder Virenausscheider zu werden!

Empfehlenswert ist die Verwendung eines gentechnisch hergestellten Impfstoffes, der aus abgetöteten FeLV-Erregern besteht, deren krebserregende Bestandteile entfernt wurden (z.B. Leucogen von Virbac). Ein derartiger Impfstoff bietet die Vorteile der bestmöglichen Verträglichkeit bei geringstmöglichem Risiko, und im Gegensatz zu "Lebendimpfstoffen" besteht auch keine Ansteckungsgefahr nach der Impfung für andere Katzen - die Schutzwirkung beträgt bis zu 89 %, was ein gutes Ergebnis ist. Leider kann bis heute keine Impfung einen 100 %-igen Schutz gewährleisten.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass ich weder Wissenschaftlerin noch Tierärztin bin,
und bitte daher darum, mir etwaige Fehler nachzusehen.

Der vorstehende Text spiegelt meinen eigenen derzeitigen Wissenstand wieder, und erhebt
daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Vollkommenheit, oder wissenschaftliche Richtigkeit!