HCM / PKD / PL / HD
(Text von Sabine Schoenach)

HCM - Hypertrophe Kardiomyopathie

HCM ist eine vererbbare Herzerkrankung bei Menschen und Tieren und macht sich durch eine Verdickung des Herzmuskels bemerkbar.
In den meisten Fällen ist sie genetisch bedingt, jedoch gibt es auch erworbene Formen von Herzerkrankungen, welche mit weiteren Krankheiten (wie z. B. chronisches Nierenversagen, erhöhter Blutdruck) einhergehen.
Herzkranke Katzen haben meist Herzgeräusche, doch erst mittels Ultraschall kann eine HCM sicher diagnostiziert werden.

Erste Anzeichen, die für eine HCM sprechen könnten, sind:

- beschleunigte Atmung und häufiges Hecheln (Katze kommt nach Bewegung schnell außer Atem)
- bläuliche Schleimhäute
- Belastbarkeit und Spielfreude nimmt ab
- erhöhte Herzfrequenz bzw. Herzrhythmusstörungen
- mangelnder Appetit und erhöhtes Schlafbedürfnis
- Wasseransammlung im Brustraum (Lungenödem)

Folgen, die durch eine bestehende HCM ausgelöst werden:

- Lähmung der Hinterbeine (Thrombose)
- plötzlicher Herztod

Die Diagnose HCM bedeutet nicht gleich, dass die Katze dem Tod geweiht ist und den Rest ihres Lebens nicht auch noch "normal" verbringen kann. Je früher man eine Herzerkrankung feststellt, desto eher kann dementsprechend behandelt werden.
Es gibt viele Katzen, die trotz Krankheit (je nach Erkrankungsgrad) mit regelmäßiger Tablettengabe ein ganz normales Leben führen können.

HCM - eine Maine Coon Krankheit?

Es ist falsch, zu behaupten, dass nur Rassekatzen - im Speziellen Maine Coons - an HCM erkranken können.

Diese Krankheit betrifft ALLE Katzen (Haus- und Rassekatzen), doch sie wurde bei "normalen" Europäisch Kurzhaarkatzen am häufigsten nachgewiesen.

Maine Coon Züchter waren nur ein paar der Ersten, welche HCM-Untersuchungen durchgeführt haben, daher gibt es auch viel mehr Ergebnisse von erkrankten Maine Coons als von anderen Rassen.
Mittlerweile hat man diese Erbkrankheit allerdings schon bei einigen anderen Rassekatzen wie Ragdoll, BKH usw. erkannt, weil es zum Glück immer mehr verantwortungsbewusste Katzenzüchter gibt, welche ihre Zuchttiere regelmäßig untersuchen lassen.

Das Gerücht, dass vor allem Rassekatzen an HCM erkranken, hält sich leider, obwohl dies nicht der Wahrheit entspricht.

Wenn eine Hauskatze eines Tages völlig ohne Voranzeichen stirbt, lässt kaum ein Tierbesitzer sein totes Tier mittels Obduktion am Herzen untersuchen. Es war dann einfach "herzschwach", alt oder die Todesursache bleibt ungeklärt.
Ein verantwortungsbewusster Züchter hingegen schickt das Tier ins Labor und lässt die Todesursache feststellen, welche für ihn und seine Zuchtplanung eine bedeutende Rolle spielt.

Warum gehen viele Züchter noch immer nicht schallen?

Obwohl die Kenntnis über HCM vorhanden ist und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Rasse bekannt sind, gibt es leider noch immer „Züchter“, welche nicht schallen gehen und dafür fadenscheinige Ausreden finden, um ihr Fehlverhalten zu rechtfertigen.

Diese Art von Züchtern verlassen sich dann darauf, dass Katzen, deren Eltern negativ geschallt wurden, selbst nie an HCM erkranken können oder ebenso keinen HCM positiven Nachwuchs haben können, was absolut falsch ist, wie es der Erbgang beweist.

Es ist auch schon einmal vorgekommen, dass die Krankheit eine Generation überspringt, was mitunter der Beweis ist, dass nur der regelmäßig wiederholte Herzschall jeder einzelnen Zuchtkatze Gewissheit bringt.

Viele Züchter züchten jahrelang bereits mit HCM-Trägern, ohne es zu wissen, denn äußerlich scheinen diese gesund zu sein.

Eine HCM kann allerdings bereits vorhanden sein, wenn die Katze noch gar keine Symptome zeigt und somit auch jahrelang unbemerkt bleiben.

Wenn ein Züchter seine Tiere also nicht schallt und diese auch (noch) keine Symptome zeigen, heißt das noch lange nicht, dass diese Tiere tatsächlich gesund sind.
Im schlimmsten Fall zeigt sich erst Jahre später eine Erkrankung und die Katze/der Kater hat nun schon zig Kitten in die Welt gesetzt und/oder – noch schlimmer – Kitten aus HCM-Tieren sind bereits selber Eltern bei Züchtern geworden.

Dieses Bespiel zeigt, wie wichtig es ist, regelmäßig schallen zu gehen.


Ein verantwortungsbewusster Züchter hat nun einmal die Pflicht, das Beste für seine Rasse zu tun und keine Kosten zu scheuen, um den Weg des geringsten Risikos zu gehen (im Gegensatz zu jenen, die den Weg des geringsten Widerstandes gehen).

Selbstverständlich sind diese Untersuchungen nicht billig, aber Züchten ist nun einmal kein billiges Hobby, sondern eine kostspielige und verantwortungsbewusste Aufgabe, die in ebenso verantwortungsbewusste Hände gehört.
Wer bei Gesundheitsvorsorgen spart, um mehr Geld für sich selbst zu haben, handelt aus Profitgier und verantwortungslos dem Tier und den zukünftigen Kittenbesitzern gegenüber.
So jemand ist kein seriöser Züchter und sollte sich überlegen, ob er sich nicht eine andere Freizeitbeschäftigung suchen sollte.

PKD -Polyzystische Nierenerkrankung

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei PKD um einen Zystenbefall der Nieren. Da sich bei an PKD erkrankten Katzen die Zysten schon kurz nach der Geburt ausprägen, reicht eine einmalige Schallung der Nieren, um eine Erkrankung ausschließen zu können.
Je nach Wachstum der Zysten entwickelt sich die Krankheit unterschiedlich schnell, doch die Katze wird letztendlich an Nierenversagen sterben.

PKD wird vererbt und zeigt folgendes Krankheitsbild bei der Katze:

- mangelnder Appetit, dafür aber auffällig großes Durstgefühl (Katze trinkt ständig)
- durch ständige Flüssigkeitsaufnahme häufiger Harnabsatz
- die Katze verliert an Substanz (starker Gewichtsverlust)

PL - Patella Luxation

Hierbei handelt es sich um das regelmäßige Luxieren (Ausrenken) der Kniescheibe (Patella) meist aufgrund einer bestehenden Schwäche des Muskelbandapparates oder einer zu flachen bzw. schmalen Gelenksrille, welche die Kniescheibe in ihrer Position hält.
Diese Form der Erkrankung des Bewegungsapparates ist häufig bei kleineren Hunden zu beobachten, kommt aber auch bei Katzen vor.
Die Schwere der Erkrankung lässt sich in Grade einteilen, wobei es so schwere Fälle gibt, die nur operativ behandelt werden können.
Die Untersuchung auf PL kann vom Tierarzt manuell durchgeführt werden und ist für das Tier völlig schmerzfrei.

HD - Hüftgelenksdysplasie

HD bedeutet eine Fehlentwicklung einer oder beider Hüftgelenke, welche in hochgradigen Fällen zu großen Schmerzen führt und die Katze in ihrer Bewegung einschränkt, da die Gelenkspfanne zu flach ist und den Oberschenkelkopf somit nicht richtig in der Pfanne hält.
Durch die freie Bewegung des Oberschenkelkopfes kann es zu schmerzhaften Knochenauswüchsen kommen und die Krankheit nimmt einen schmerzvollen Verlauf.
Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung kann eine HD früh erkannt werden.

Mögliche Symptome einer Hüfterkrankung:

- Katzen vermeiden Sprünge und allgemein Bewegung
- Lahmen an der Hinterhand
- nach Ruhephasen und plötzlichem Aufstehen kann es zur Versteifung der Hinterhand kommen
- unsicherer Gang ("Wanken" der Hinterhand beim Gehen)